Giftköder News

Posted By Redaktion / 28. Januar 2016 / , , , , / 0 Comments

Hundekot macht Hunde tot?

Mittlerweile hat fast jede größere Stadt eine eigene Giftködergruppe auf facebook

 

Es ist erschreckend, dass Menschen mit Gift, Nägeln oder Rasierklingen bestückte Köder in der Öffentlichkeit auslegen, um Hunden, Katzen und damit wahrscheinlich auch weiteren Tierarten den Garaus zu machen.

Fachleute sind sich darin einig, dass es eine Verbindung zwischen der Verunreinigung privater- und öffentlicher Flächen (Vorgärten, Parks, Kinderspielplätze …) durch Hundekot und der Zahl der ausgelegten Giftköder gibt. Mit bloßem Auge ist die Gefahr  selten zu erkennen. Die Hundehasser tarnen ihre Auslagen als normales Fressen, das etwa aussieht wie ein vermeintlich harmloses Hackbällchen oder  Würstchen. Doch darin verbirgt sich ein mörderisches Innenleben. Von Glasscherben über Nägel bis zum Gift, die Täter lassen sich immer ekelhaftere Methoden einfallen, um freilaufende Hunde zu verletzen und zu töten. Einige Hunde ersticken oder verbluten qualvoll an scharfen Gegenständen. Andere bringen die Gifte schleichend um oder sie müssen eingeschläfert werden, weil jegliche Hilfe zu spät kommt. Längst fallen die Köder nicht mehr allein dadurch auf, dass sie Giftkügelchen mit Rattengift oder Schneckenkorn enthalten. Die Palette der Grausamkeiten hat sich erweitert. Es vergeht kaum ein Tag, an dem kein Happen mit scharfen Gegenständen wie Rasierklingen, Scherben oder Nägeln gefunden wird. Die Taten und die Methoden nehmen deutschlandweit zu – und so weisen neben der Polizei mittlerweile zahlreiche Gruppen in sozialen Netzwerken auf die Gefahren hin. Doch was sind die Gründe für solche Attacken und was können Tierhalter dagegen tun?

Die einfachste und wichtigste Maßnahme, um Hundehassern einen Grund für ihr Handeln zu nehmen, ist die ordnungsgemäße Entsorgung der Haufen seitens der Halter

Tütenspender und öffentlicher Abfallbehälter

Tütenspender und öffentlicher Abfallbehälter

Es wäre ein großer Schritt getan, wenn alle mitmachen würden. ighid bittet deshalb alle Hundehalter inständig, mit gutem Beispiel voranzugehen. Ausreden wie „Ich bezahle Hundesteuer“ oder „Wozu entrichte ich Straßenreinigungsgebühren?“ sind wertlos, wenn dafür ein Tier jämmerlich an einem Köder verenden muss –  und dabei kann es sich schnell um den eigenen Liebling handeln.

Um die Gefahr weiter einzudämmen, empfehlen wir, aufmerksam auf herumliegende Essensreste zu achten, andere Passanten auf Fundstellen hinzuweisen und diese bei den zuständigen Behörden oder Initiativen zu melden. Polizei, örtliche facebook-Gruppen sowie überregionale Initiativen wie www.giftkoeder-radar.com nehmen jeden Hinweis entgegen.

Die Nutzung der Plattform GiftköderRadar ist ein kostenloser Service, der um eine kostenpflichtige App zum mobilen Einsatz erweitert wurde. Die Internetseite und die App informieren beide über Gefahrenzonen im Raum Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit wenigen Klicks oder Tastengriffen können Halter prüfen, ob für die geplante Gassi-Runde eine Warnung vorliegt. Dafür muss zunächst der Ort oder die Postleitzahl eingegeben werden. Die Karte zeigt dann einen etwaigen Fundort an und bietet eine kurze Beschreibung, um welche Form des Köders es sich handelt.

Traurige Statistik ist: Nordrhein-Westfalen zählt momentan zu den Regionen mit den meisten Hinweisen. Die Motive der Täter sind nach Angaben der Polizei, bei der immer häufiger Anzeigen eingehen, unterschiedlicher Natur. Sie reichen vom Ärger über Hundekot über Angst vor freilaufenden Hunden bis zu Nachbarschaftsstreitigkeiten oder psychischen Störungen. Sicherlich findet sich kein schnelles Allheilmittel, um Abhilfe zu schaffen. Doch um das Problem nicht zusätzlich zu schüren, sollte jeder Halter um rücksichtsvolles Verhalten bemüht sein. Das meint, die Häufchen seines Vierbeiners stets zu entfernen und es ernst zu nehmen, wenn ein Passant Angst vor Hunden hat. Hilfreich ist zudem, eigene Warnhinweise an Bäumen oder Laternen anzubringen, wenn ein Giftköder entdeckt wurde. Das kann gleich doppelt retten. Denn die giftigen oder scharfen Auslagen sind nicht nur eine ernsthafte Bedrohung für Tiere, sondern auch für kleine Kinder.

Übrigens: Ordnungsgemäß ausgelegte Giftköder, die eigentlich gegen Ratten und andere krankheitsübertragende Schädlinge gedacht sind, müssen immer klar, auffällig und für jeden erkennbar markiert werden!

 

Giftkoeder ordnungsgem

Wie kann ich noch vorbeugen? Es ist naheliegend, seinen Liebling beständig an der Leine zu führen. Doch jeder Halter weiß darum, wie sehr sein Vierbeiner es liebt, während ausgedehnter Runden die Welt zu erkunden. Und so weiß er ebenso, wie gern er seine Nase in alles hineinsteckt, was nach Fressen riecht. Deshalb ist es sicherlich sinnvoll, wenn Sie ihren Hund darauf trainieren, Fressen nur noch aus Ihrer Hand anzunehmen – und nur zu fressen, wenn Sie es ihm auf Kommando erlauben.

Wie das dann aussehen kann, zeigen wir Ihnen in einem Video-Clip (Klick).

Grundsätzlich ist natürlich zu empfehlen, das Tier beim Spaziergang immer im Auge zu behalten, eigenes Futter mitzunehmen und, falls notwendig, dem Hund einen Maulkorb aufzusetzen. Inzwischen gibt es spezielle Maulkörbe für diesen Einsatzzweck.

Und was, wenn es bereits zu spät ist und das Tier bereits einen Köder gefressen hat? Typische Symptome einer Vergiftung sind:

 

•              Übelkeit, Durchfall, Atemnot, helle Schleimhäute im Rachenbereich

•              starkes Speicheln, schwankender Gang, Taumeln, Atemstillstand, Krämpfe

•              Blutungen

•              schneller Herzschlag, Herzstillstand, Lähmungserscheinungen

•              Erbrechen, Bewusstlosigkeit, übermäßiges Hecheln

In diesen Fällen ist es wichtig, so schnell wie möglich einen Tierarzt aufzusuchen. Von einer eigenmächtigen Behandlung raten Ärzte wie Tierschutzverbände dringend ab, weil dabei wertvolle Zeit verloren geht. Ist das Tier allerdings bereits bewusstlos, benötigt es sofortige Erste Hilfe. Es schwebt in Lebensgefahr. Hier empfiehlt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund: Zunge herausholen, Maulhöhle von Schleim und Erbrochenem befreien, Atemwege freihalten und eine Herzmassage vornehmen. Erbrechen sollte niemals ausgelöst werden, da dann akute Erstickungsgefahr droht.

Wir wollen unbedingt vermeiden, dass es soweit kommt. Deshalb  werden wir regelmäßig über wertvolle Tipps, Tricks und Links zum Thema berichten.

Euer ighid Team.

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